Judoabteilung hat weiteren Dan Träger

Nach langer Zeit als Träger des ersten Kyu-Grades hat sich unser Dan Anwärter Alexander Wimar (auch besser bekannt als „Teddy“) endlich dazu durchringen können, den nächsten Schritt zu wagen und den schwarzen Gürtel zu erwerben. Nach intensiver Vorbereitungszeit inklusive erforderlicher Dan-Vorbereitungslehrgänge ging es im März diesen Jahres darum, den ersten Prüfungsteil, bestehend aus der Nage-no-kata, zum anvisierten ersten Dan abzulegen. Austragungsort zum Zeigen der Kata war Ingolstadt. Also ging es in der Früh zeitig los und nachdem das Auto auf der Hinfahrt einen Fehler im Abgassystem diagnostizierte, und wir nicht wussten ob wir nun auf der Autobahn liegen bleiben würden, war bereits im Vorfeld auch für die nötige Portion Nervosität gesorgt.

Glücklicherweise kamen wir in Ingolstadt ohne Panne und auch ohne sonstige Verzögerungen pünktlich auf der Matte an. Nach kurzer Aufwärmphase und nachdem zwei weitere Prüfungsteilnehmer bereits ihren Part abgelegt hatten, ging es dann auch für uns richtig los. Dabei spulte Teddy die bis dahin von uns sehr umfangreich geübte Kata routiniert ab. Der eine oder andere kleine technische Fehler war allerdings vor dem Hintergrund einer gewissen Grundnervosität nicht zu vermeiden. Insbesondere in der fünften Gruppe bei der letzten zu demonstrierenden Technik baute Teddy einen kleinen Patzer ein, nachdem der optional erforderliche vierte Prüfer am Prüfungstisch aufstand, Teddy dies im Augenwinkel mitbekam und sich durch diese Aktion ein wenig aus dem Konzept bringen ließ. Letztendlich konnte aber auch dieser kleine Ausrutscher ein Bestehen des Teilprüfungsfachs Kata nicht mehr wirklich gefährden.

Somit war die erste Hürde genommen. Jetzt galt es, sich auf den zweiten, umfangreicheren Teil zu konzentrieren, der sich aus den zusammengefassten Teilgebieten Stand, Boden und Spezialtechnik zusammensetzte.

Im Juli war es dann soweit in Coburg das Erlernte fachgerecht zu zeigen. Analog zu Ingolstadt waren wir auch hier wieder als drittes Pärchen gesetzt. Das Standprogramm wurde von Teddy ohne nennenswerte Komplikationen absolviert. Als dann allerdings auf Nachfrage des Prüfungskomitees die aus Ukes Sicht eher weniger erwünschte Technik "Hane-maki-komi" gezeigt werden sollte, war eine kurzfristige Skepsis nicht vollständig zu vermeiden. Allerdings war dies unbegründet, denn auch diese Aufgabe meisterte Teddy bravourös. Im darauffolgenden Bodenprogramm zeigte Teddy zu Beginn aufgrund kleinerer Konzentrationsschwächen Unsicherheiten. Hier muss allerdings erwähnt werden, dass es in der Halle aufgrund eines sehr schönen Sommertages mächtig warm wurde. Aufgrund steigender Temperaturen bekam Teddy schlussfolgernd eine sehr trockene Kehle- und fast keinen Ton mehr heraus, was ihn mehr und mehr aus dem Konzept brachte. Nach einer geringfügigen Zeit der Qual hatten die Prüfer aber ein Einsehen und ließen Teddy kurz außerhalb der Matte einen Schluck Wasser zu sich nehmen. Danach konnte auch das Bodenprogramm sicher beendet werden. In der dritten und letzten Disziplin spielte dann Teddy seine volle Souveränität aus. Hier ging es darum, seine auf ihn individuell abgestimmte Spezialtechnik (tiefer Seoi-nage) zu erläutern und zu demonstrieren. Aus Prüfersicht war dies eine exzellente Darbietung, da in der Abschlussbesprechung dieses explizit lobend hervorgehoben wurde.

Eine Sache überraschte uns aber auch in dieser Prüfungsdisziplin: Während der Darbietung unterschiedlicher Uchi-komi Varianten mussten sowohl Teddy, als auch ich lernen, dass die überwiegend von uns demonstrierten Formen erst zum zweiten Dan zu zeigen sind, und somit in Teddys Prüfung nichts zu suchen hatten. Aber auch dieser Umstand konnte den erfolgreichen Ausgang der Prüfung nicht mehr wirklich beeinflussen. Somit konnte Teddy nach einer Prüfungsdauer von ca. sechs Stunden (so lang dauerte es, bis alle Prüflinge auf unserer Matte ihr Programm absolviert hatten) bei den Prüfern seine Ernennungsurkunde zum Träger des ersten Dans in Empfang nehmen.

Mir als Uke bleibt nunmehr nur noch Teddy ganz herzlich zur bestandenen Prüfung zu gratulieren und hiermit mitzuteilen, dass wir nun einen weiteren würdigen Träger des ersten Dans in unseren Reihen haben.

Frank Thomas